Haus Käthe Stein e.V.

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Erlebnispädagogik

Das Erlebnis als solches nimmt in unserer heutigen Gesellschaft einen immer höheren Stellenwert ein und wird von den Menschen gesucht (Erlebnisparks, Einkaufsevents, Videokonsum aber auch S-Bahn-Surfen und Vandalismus).

Als "Zivilisiertes Wesen" durchlebt der Mensch jedoch kaum noch körperliche Risiken. Die Risiken, die er zu fürchten hat - seien es globale oder nationale - kann er selbst hingegen kaum beeinflussen. Offensichtlich streben viele Jugendliche, aber auch Erwachsene danach, diese "Langeweile" und Reizarmut durch übermäßiges Konsum- und Risikoverhalten auszugleichen.

Erlebnispädagogische Medien wie Klettern, Kanufahren, Überlebenstrainings nehmen die Kinder und Jugendlichen aus dem ihnen bekannten Alltagsrahmen heraus und versetzen sie in eine neue Welt, in der sie ihre Wertvorstellungen in einer für sie faszinierenden Lernumwelt prüfen, festigen oder revidieren und korrigieren können.
Selbstwirksamkeit wird erfahrbar, z.B. wenn Abends am Lagerplatz ein Feuer brennt, Mitfahrer und Essen wärmt oder eben auch nicht.

Die Ausblendung modernern Einwegmedien (Fernsehen, Computer etc.) gibt Gelegenheit zur zwischenmenschlichen Kommunikation in angenehmer Atmosphäre. Die Beleuchtung der Umgebung durch das Feuer konzentriert den Aufmerksamkeitsfokus auf die  

unmittelbare Umgebung, Reize von außen werden größtenteils ausgeblendet.


Andere Medien und Methoden, wie die Nachtwache, Bogenschießen oder Natur-Meditation, richten den Fokus auf innere Ruhe und Freiheit von Leistungsanforderungen, die heute fälschlicherweise die meisten Medien der Erlebnispädagogik charakterisieren.

Die Pädagogin / der Pädagoge steht dabei in einer Reihe von Situationsbedingten Beziehungssystemen zu den Teilnehmern.
Er ist:

Betroffener (Erlischt das Feuer friert er wie die anderen)
Organisator
Experte (in Sachen Klettern, Kanufahren, Holzarbeiten, etc.)
Gefährte im Erlebnis (somit auch Gruppenmitglied)
Begleiter (Leidens- und Freudensgenosse; er gibt Ratschläge, hilft, interveniert; dieser Beziehungspunkt ist besonders bei Verhaltensauffälligkeiten der Teilnehmer gefordert)
Vorbild (exemplarisches Modell für verschiedene Verhaltensmuster und somit immer im Einsatz)
Sicherheitsexperte

Ein besonderer Vorteil outdoor- und erlebnispädagogisch orientierter Maßnahmen ist die Tatsache, dass die Kinder und Jugendlichen sich nicht am Begleiter "reiben" können.
Sie oder er ist nur Vermittler und verweist auf Notwendigkeiten, so dass die Motivation zu handeln in den Bedürfnissen des Kindes / Jugendlichen liegt.
Bei richtiger Akzentsetzung lernen die Teilnehmer so ebenfalls, dass die Leiter nicht aus Mutwillen heraus agieren, sondern aus Notwendigkeiten heraus - eine erste wichtige Erfahrung, die ,bei gelungenem Transfer, auch den Alltag erleichtert.